
Ich habe mein Sendungsbewusstsein verloren. Ich glaubte an die Kraft von Aufklärung, aus der Geschichte lernen zu können und an eine bessere Welt.
Ich glaubte an eine bessere Welt, weil mir meine Welt nicht gefiel.
Leid, Neid, Frust und Verlust waren meine schmerzhaften Erfahrungen.
Ich glaubte an eine bessere Welt, weil ich die erlebte Welt kaum ertragen konnte.
Es muss doch besser gehen, dachte ich so bei mir.
Viele Jahre habe ich selbstlos anderen geholfen, ehrenamtlich (ohne Geld) gearbeitet und mich für Menschen eingesetzt.
Dann wurde ich krank und OP Folgen gaben mir den Rest.
Um mich herum entdeckte ich nun alle die, die mich immer belächelt hatten. Sie hatten Recht gehabt, ihr Schäfchen im Trockenen und mussten nicht so viel leiden.
Da steh ich nun ich armer Tor…
Schopenhauer öffnete mir endgültig die Augen.

Entweder man erkennt die Realität an oder geht daran kaputt.
Ich mußte mich entscheiden.
Also entschied ich mich und wechselte einfach gesagt von extrinsischer zu intrinsischer Motivation.
Das war ein langer Weg.

Mir wurde dabei klar, daß ich erst diese Erfahrungen machen mußte, um anders handeln zu können.
Da beginnt Selbstbestimmung und Freiheit.
Hier schließt sich dann der Kreis.
Denn wenn man mit der Erfahrung leben kann, daß wir nicht da sind, um glücklich zu sein, ist man in der Welt angekommen.
Ich habe mich selbst gefunden.
Seitdem bin ich mit mir unterwegs und suche auch Momente des Glücks und der Zufriedenheit auf diesem Hindernislauf…